IGR feature in Jahrgangeräusche

Als kleines Experimental-Label in Deutschland, hast du es nicht leicht. Du musst dir einen Markt erarbeiten, den es vielleicht gar nicht gibt, der dann aber bitte nicht nur die affigen Vernisage-Dauergäste und Sektflöten-Flöten anlockt. Muss man schocken?

Du musst dich als Experimental-Label um Veröffentlichungen kümmern, die es nicht gerade in den Mainstream der Presse schaffen, also vielleicht kaum Aufsehen erregen. Leider. Ja, und du musst der Musikpolizei soviel zumuten, dass sie ständig aus der Hose hüpft. Also doch schocken? Nein, man muss nur hinter einer Sache stehen und ein wenig Stil mitbringen.

Infinite Greyscale

Infinite Greyscale aus Düsseldorf haben das alles geschafft und inne. Sie veröffentlichen in Kleinstauflagen spannende Musik, die sich nicht anbiedert, die in einer famosen Verpackung steckt und ausgeklügelt an den Rändern der Popmusik kratzt, ohne den Deckmantel der Kunst ständig im Gesicht zu haben.

Dabei handelt es sich um Veröffentlichungen auf farbigem Vinyl, 10″, einseitig mit Musik und auf der anderen Seite mit Siebdruck. Hinter Infinite Greyscale stecken Paul McDevitt und Cornelius Quabeck.

MusikerInnen stellen den Beiden exklusives Material zur Verfügung, welches sie dann mit ihren Talenten in eine Form packen, die so nicht über jede Ladentheke geht. Egal ob mit Offset-Druck, Digitalem Artwork oder von Hand gearbeitet. Das Auge ist aus dem Häuschen. Die Vinyls sehen wirklich Bombe aus und die Musik von zum Beispiel IGR03 (Jan St. Werner) oder Holly Herndon macht alles komplett und dingfest. Hier hast du etwas, dass man nicht im Schrank versteckt, sondern auf Wohnzimmertischen rumliegen lässt, dass die Nachbarin, die auf einen Rioja reinschneit, dich schon wieder für einen SchönerWohnen-Junkie hält. Gut, sie hat die Musik dann noch nicht gehört.

Schnapp dir eine limitierte “Scheibe” eines Kunstwerkes, das in der schusseligen, schnellen digitalen Welt immer mehr an Wert gewinnt. Infinite Greyscale, also Paul McDevitt und Cornelius Quabeck sind zwar nicht der Wu-Tang Clan, aber sie fighten wie die Hip-Hoper für die Wahrnehmung und den Stellenwert von Musik als Kunstform. Tolle Bücher veröffentlichen sie übrigens auch. Check sie aus! Now!

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